Was ist das für ein Land, in dem Kinder aus Familien genommen werden, weil ihre Eltern sie vor Masken und Testungen schützen wollen ? Was ist das für ein Land, in dem engagierte Pflegekräfte entlassen werden, weil sie auf ihr Recht auf eigene Meinung und körperliche Unversehrtheit bestehen ? Was ist das für ein Land, in dem Kinder auf Spaziergängen durch Polizeikräfte verletzt werden ? Mit diesem Land verbindet mich nichts… Womit ich mich verbunden fühle, sind MENSCHEN – Menschen, die miteinander reden, auch wenn sie verschiedene Sprachen sprechen. Menschen, die einander zuhören, auch wenn sie unterschiedlicher Meinung sind. Menschen, die sich umarmen, weil es ihnen ein Bedürfnis ist, auch wenn sie sich nicht kennen. DAS ist ein Land, in dem ich leben und singen möchte – meine Sprache ist die Musik, sie ist meine Insel und mein Zuhause…
Danke, dass Ihr mich begleitet und dass es Euch für mich gibt – Danke, dass Ihr da seid !
Seit zweieinhalb Wochen teile ich nun meinen Widerstand mit Euch. Was mein Team und ich in diesen 17 Tagen erlebt haben, kann ich mit Worten nicht beschreiben. Uns alle erfüllt ein Gefühl von Dankbarkeit und das gute Gefühl, nicht mehr alleine zu sein. Ich fühle mich mit Euch allen verbunden, mit allen, die mir persönlich geschrieben haben und mit allen, die im Stillen mithören und mitlesen. Viele haben geschrieben, dass ihnen die Lieder Kraft geben, neuen Mut und wieder Hoffnung machen. IHR gebt mir die Kraft und den Mut, diesen Weg konsequent und entgegen aller Diffamierungen und Gewaltandrohungen weiterzugehen. Ihr unterstützt mich und schenkt mir die Hoffnung, dass vieles möglich ist. Dafür bin ich Euch unendlich DANKBAR !
Vieles wurde in der Vergangenheit von deutschen Liedermachern und Songwritern besungen, die Politik ermahnt, die Gesellschaft erinnert, Haltungen kritisiert und an die Welt appelliert. Und jetzt – in Zeiten von Diffamierung und Ausgrenzung schweigt ihr, findet keine einzige Zeile, habt kein Verständnis und keine Solidarität für Andersdenkende – für Menschen in der Minderheit. Seit wann müssen Kritik und Widerstand mehrheitsfähig, müssen Meinungen und Haltungen gesellschaftskompatibel sein, um ihnen eine Stimme geben zu können ? Ich schäme mich für all die Stimmen, die mich in meinem Leben nachhaltig geprägt haben, von denen ich glaubte, dass sie für etwas stehen – ich war davon überzeugt, dass sie in besonderen Zeiten an der Seite der Menschen stehen würden, die anders sind und denken, ihnen Gehör verschaffen, achtsam und aufmerksam gegen gesellschaftliche Spaltung ansingen – ich schäme mich dafür und ich habe mich geirrt : ich möchte kein Teil von euch sein…
Unabhängig von Glauben und Einstellung führen diese besonderen Tage im Dezember oft und viel zu einer intensiveren Begegnung und zum Austausch mit der eigenen Familie – und plötzlich ist man in dieser Zeit ganz anders vereint oder gespalten = zu manchen ist die Verbindung überraschend spürbar enger geworden, weil man die selben Ansichten teilt. Bei anderen steht jetzt etwas dazwischen, was man vorher für undenkbar gehalten hätte, dass es die Beziehung zueinander beeinflussen oder sogar in Frage stellen könnte. In vielen Nachrichten lese ich von Schmerz, Verletzung, Unverständnis, Ausgrenzung und Ablehnung – von Kindern, die nicht mehr selbst darüber entscheiden dürfen, wen sie umarmen… „Hoffnung“ erscheint am 24.12. als Musikvideo und erzählt von einer Welt, in der ich gerne leben möchte und in der ich so fühlen und so denken darf, wie ich bin – und von einem echten Neuanfang…
Hinter mir liegt eine lange Zeit des Schreibens und Komponierens – Zeile für Zeile treffen sich Melodie und Text und lernen sich kennen, finden einander und dann entsteht aus einer Phantasie eine musikalische Geschichte. Für mich ist die Musik ein Weg, meinem Innersten eine Stimme zu geben. Das Teilen fällt mir oft schwer, weil es mich angreifbar und verletzlich macht. Im Studio entsteht immer eine besondere Mischung aus Vorfreude und Respekt – der letzte Schritt, bevor es nach „draußen“ geht – für mich und mein Lied. Ich vermisse die Bühne, die Menschen und die persönliche Begegnung zwischen mir, meinen Liedern und Euch…
Was wir in den letzten 8 Tagen erleben, lässt sich nur schwer in Worte fassen – Monate der Unsicherheit und der Anspannung liegen hinter uns… Neben erschreckenden Morddrohungen und denunzierenden Hasstiraden sind wir gerade tief bewegt und gerührt von dem Zuspruch und der Wertschätzung, die uns täglich erreicht. In einer Zeit, in der man uns sagt, dass wir Abstand halten sollen, finden Menschen zusammen, weil sie sich für einen anderen Weg entscheiden – für einen Weg der Verbundenheit und der Menschlichkeit. Das macht Mut und gibt Hoffnung.
Wir haben gestern und heute mehrere tausend Mails erhalten. Bitte habt daher etwas Geduld bei der Zusendung der Downloadlinks. Wir schlafen nicht mehr und geben hier in unserem kleinen Team unser Bestes, die Flut an Bildern, Videos und Nachrichten zu verarbeiten ! Jede Mail gibt uns die Kraft, jetzt nicht aufzugeben und einfach immer weiterzumachen – D A N K E an alle Menschen da draußen, die uns zeigen, dass wir nicht alleine sind…
Wir alle kennen diese Momente, in denen wir uns fragen, warum wir es uns nicht einfach leichter machen. Warum lehnen wir uns nicht einfach mal zurück und vertrauen auf das, was uns vorgegeben wird.
WIR, die noch etwas fühlen, wenn wir einen anderen Menschen leiden sehen. WIR, die noch pure Freude empfinden, wenn wir unser Glück mit anderen teilen. WIR, die Menschen ein Lächeln schenken, einfach so, einfach, weil wir es können. WIR sind anders weil wir es genau so wollen, weil wir uns das bewahren möchten, was uns ausmacht, was uns lebendig macht : die Menschlichkeit…
Sonntag Abend – und wir sitzen hier zusammen und finden zum ersten Mal seit Freitag ein wenig Ruhe, um durchzuatmen. Uns haben mehr als 1.000 Mails erreicht, von denen uns Viele zu Tränen gerührt haben. Wir sind erschöpft und müde, aber wir haben das gute Gefühl, mit euch allen endlich verbunden zu sein… Gerade haben wir den Song „Abstand“ aufgenommen, der im neuen Jahr erscheinen wird. Beim Einsingen flossen viele Tränen – man spürt, dass uns die letzten Tage und Wochen der Vorbereitung viele Nerven gekostet und zahlreiche schlaflose Nächte bereitet haben… Ich empfinde gerade soviel Dankbarkeit. Es ist ein unfassbar schönes Gefühl zu wissen, dass es da draußen Menschen gibt, denen meine Musik Kraft gibt, denen meine Musik in dieser außergewöhnlichen Zeit Verbundenheit und Zuversicht schenkt. Genau das war mein Wunsch und ich fühle mich mit euch allen durch meine Lieder verbunden. Danke, dass wir in dieser Zeit uns gegenseitig begleiten und uns Mut machen! Es ist Zeit für Menschlichkeit…
„Das neue Album und die DVD war das bislang größte Gemeinschaftsprojekt, seitdem es das TeamTAYLOR gibt. DANKE für eure große Unterstützung und euren engagierten Support, der meinen Liedern die Kraft verleiht und DANKE, dass es EUCH ALLE für mich gibt.“
Um das Herz und den Verstand eines Menschen zu verstehen, schaue nicht auf das, was er erreicht hat, sondern wonach er sich sehnt…
Das Schreiben von Songs ist ein innerer Prozess, der sich mit mir und meinen Gedanken verbindet, bis aus einzelnen Worten Zeilen werden, bis aus einzelnen Tönen Melodien entstehen und bis aus einzelnen Zeilen und Strophen meine Lieder werden…
Manchmal dauert es nur Sekunden, bis wir uns finden. Ich fühle dich und deine Tasten und wir gehen zusammen auf eine gemeinsame Reise. Aus Sekunden werden Minuten und du verleihst den Tönen meiner Seele eine Stimme…
Abenteuer beginnen, wo Pläne enden… Ich fühle mich getragen von dem Rückhalt und der Unterstützung, die ich seit Monaten in ganz besonderer Weise erfahren darf. Ich reise seit Wochen von Termin zu Termin, von Gespräch zu Gespräch, von Verhandlung zu Verhandlung. Seit Jahren suche ich nach einem „gesunden“ Weg in die kommerzielle Musikwelt. Dabei wünsche ich mir eigentlich nur, dass meine Musik überall gehört werden kann und alle Menschen erreicht, die etwas mit mir und meinen Songs anfangen können…
Aus absoluter Stille im Studio und dem Gefühl des Alleinseins wird ein WIR, etwas Neues und Gemeinsames entsteht und das „Teilen“ beginnt…
Neue Wege entstehen dadurch, dass man sie geht… Hinter mir liegt eine spannende Reise, auf der der Weg für mich immer das Ziel war… Meine ganz persönliche musikalische Reise geht weiter – das Schreiben und Komponieren von Songs findet oft allein, im Kleinen und im Verborgenen statt. Doch dann kommt dieser besondere Moment, seine Gedanken und seine Musik auf der Bühne teilen zu können. D A N K E für jeden Support, jede Unterstützung, jeden Kommentar, jede Mail, jedes Wort und jede Geste. Ich freue mich jetzt auf tolle gemeinsame Konzerte, auf alte und neue Begegnungen und Kontakte und ganz besonders natürlich auch auf Zuhause…
Der Moment, wo es still wird und du nur noch deine eigene Stimme hörst… In diesem Moment fühlst du dich kurz allein, bis du dann voller Respekt und Dankbarkeit spürst, dass du von den Menschen vor der Bühne getragen wirst. Aber auch hinter der Bühne werden wir ALLE von einem engagierten Team getragen, das sich rund um die Uhr um uns bemüht. Ich darf noch ein weiteres Mal auf dieser großen Bühne stehen und hoffentlich wieder besondere Geschichten erzählen. D A N K E an ALLE, die mir das ermöglichen…
Herbert Grönemeyer hat einmal in einem Interview über seinen Song „Der Weg“ gesagt: „Musik ist für mich eine Form von Begeisterung und ein Ventil, das mein Leben in Balance hält. Meine Zuversicht ist, dass man durch große Trauer Gefühle wie Glück, Zuwendung und Nähe intensiver empfindet. Ich habe gelernt, meinen Frieden mit der Vergangenheit zu schließen. Die Dinge sind passiert. Man ist halt Mensch…“
Es gibt kaum etwas Schöneres für mich, als in meinem Studio an eigenen Songs zu arbeiten…